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Johann Gottlieb Christaller an die Committee in Basel

(Basel, 9. Dez. 1868)

BM: RV 357 I 39

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Verehrte Committee!

Am 11. v.M. wurde mir eine Verwilligung von Fr 1.500 ausgesetzt, um meine Wohnung, Kost usw w├Ąhrend meines hiesigen Aufenthaltes davon zu bestreiten. Ich danke herzlich daf├╝r, m├Âchte aber bitten, die Verwilligung auf Fr 1.200 setzen, da mein Verbrauch diese Summe nicht ├╝bersteigen wird u ich als Einkommensteuer nicht gerne Fr 15 bezahlen m├Âchte statt Fr 6, welches, wie man mir sagte, der Unterschied zwischen 1.500 Fr u 1.200 Fr Einkommen.

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Wenn und solange ich f├╝r Wohnung keine Ausgabe habe, wie gegenw├Ąrtig durch die G├╝te des Herrn Secr. Dettinger, werde ich au├čerdem einen entsprechenden Betrag der Verwilligung zur├╝ckfallen lassen, weiteren ├ťberschu├č etwa f├╝r Reisekosten, z.B. in der Vakanz meiner Kinder, reservieren oder zur├╝ckgeben. Dagegen h├Ątte ich nun die Bitte an die v.Comm. es zu gestatten, da├č mir, wenn u solange Herr Inspector u Frau Pfarrer Hager es thunlich finden, die Kost im Missionshause in 'Freetown' gereicht werde, etwa zu gleichem Preis, wie ich sie gegenw├Ąrtig im Vereinshause habe. Mittags 1 Fr, abends 1/2 Fr, Fr├╝hst├╝ck 20 Cent (letzteres gew├Ąhrt mir jedoch Herr Dettinger).

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Meine Gr├╝nde f├╝r diese Bitte sind: Die G├Ąnge ins Vereinshaus nehmen mir je eine halbe Stunde Zeit, was mich abh├Ąlt, meine Kinder, wenn auch nur zweimal in der Woche, rechtzeitig zu besuchen oder abzuholen, oder mich je und je einem Spazierg├Ąnger aus dem Missionshause anzuschlie├čen. Auch der Samstag- und Sonntagabend Versammlung anzuwohnen, hat eine Versp├Ątung beim Essen zur Folge. Gerade gegenw├Ąrtig habe ich eine kleine Wunde am Kn├Âchel des gro├čen Zehen (aus einer Frostbeule entstanden?), die mir den Gang ├╝ber das Pflaster etwas beschwerlich macht, was sich leicht verschlimmern kann. Bei strengerer K├Ąlte u nassem Wetter k├Ânnte ich mir durch diese G├Ąnge, besonders des Nachts, sonst etwas zuziehen, was bei dem kurzen Weg in das Missionshaus, mit dem ich auch sonst gerne in engerer Beziehung stehen m├Âchte, nicht so der Fall w├Ąre.

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Vor dem Committee-Beschlu├č vom 11. Nov. dachte ich, ich werde im Missionshause aus Mangel an Raum nicht wohnen, aber vielleicht essen k├Ânnen, wollte jedoch, da die Wohnungsfrage noch nicht im Reinen war, der v. Comm. mit nichts vorgreifen u bitte de├čhalb meine nachtr├Ągliche Bitte g├╝tigst zu entschuldigen.

Hochachtungsvoll Ihr G.Chr. Missionar.

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