Artikelaktionen
<< < > >>

Emilie Zieglers erster Bericht an die Eltern ├╝ber ihre Ankunft

(Akropong, Jan. 1857)

M3,57 Em 1

<1>

Hier erhaltet Ihr noch ein Bild meines lieben Gottlieb, wie man's eben hier zu Land verfertigen kann. Br. Mohr versteht es zu machen. K├Ânntet Ihr ihn nur auch sehen, oder einen Tag bei euch haben, ihr w├╝rdet euch f├╝r mich freuen. Sein ├äu├čeres ist wohl nicht sehr in die Augen fallend, doch sieht mans auf den ersten Blick, da├č er ein edles Herz hat, das man aber erst nach und nach, wie seine Schwester mir schrieb, kennen lernt, denn er ist sehr anspruchslos u bescheiden, doch durchaus nicht sch├╝chtern.

<2>

K├Ânntet Ihr nur auch bei unserer Trauung sein! Weil dies nicht m├Âglich ist, so betet desto mehr f├╝r uns u sehet Gottlieb ganz als euer Kind an, er hat auch euch recht lieb, ich mu├č ihn immer von euch allen erz├Ąhlen. Er hat sich von allen die Namen aufgeschrieben und den Ort, an dem sie sind.

<3>

Seit ich hier bin, ist mirs gottlob ganz wohl, es ist gar nicht so hei├č, als ich mir dachte, in der K├Ânigsstr. in Stuttgart ists im Sommer viel hei├čer.

<4>

Wir gehen gew├Âhnlich morgens u abends spazieren die Allee hinunter, welche ihr auf dem Plan von Akropong habt, da k├Ânnt ihr mit den Gedanken uns begleiten. Wie gehts denn Pauline wirklich? und Marie, es thut mir oft weh, da├č ich von letzterer keinen Brief und kein Wort zum Abschied erhielt.

<5>

Schreibet mir auch, was alles seit meiner Abreise vorgefallen ist, denn es ist mir, obgleich ich ferne von Euch bin, alles wichtig, u ich nehme den herzlichsten Antheil an euren Begegnissen. [...]

Br. Heck l├Ą├čt auch alle noch einmal gr├╝├čen, seine Station ist entweder in Christiansborg oder Abokobi.

In herzlicher Liebe Eure Emilie.

Behaltet dieses Blatt f├╝r Euch.

<6>

(Am Rande steht in anderer Schrift): Es ist noch ein offener Brief, eine Reisebeschreibung von Ihrer Tochter f├╝r Sie (d. i. Ratsschreiber Ziegler) angekommen, welche ihnen zugesandt werden soll, sobald Herr Inspector Josenhans Zeit gefunden hat, sie zu lesen. Verwaltung des Missionshauses Th. Braun. (Dies ist dann die im Textteil dieser Biographie w├Ârtlich enthaltene 'Erste Seereise').

Fenster schlie├čen