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Gottliebin Christaller an Johann Gottlieb Christaller:

wie es fast zu einer Feuersbrunst gekommen w├Ąre

(Stuttgart, 19. M├Ąrz 1849)

Nbrg Schw Chr 5

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[...] Du hast uns in der letzten Zeit sehr viel geschrieben, wir sind nun auch wegen Deiner ganz beruhigt, kennen wir doch Dich u Deine Lage nun viel besser. [...]

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Es ist in Winnenden eben immer noch eine recht Angstzeit, wenn die Nacht kommt u wenn besonders noch der Sturm so braust, so f├Ąllt immer eine Angst u Bangigkeit auf einen. [...]

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[...] Etwas, mein lb Bruder, mu├č ich Dir auch schreiben zur Ehre Gottes, wie uns der Herr vor einem gro├čen Ungl├╝ck bewahrt hat.

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Die Mutter putzte am 1. Febr den Ofen u stellte den Ru├č in einem K├╝belchen auf den H├╝hnerstall, wir n├Ąhten bis 1/2 9 Uhr, es war sehr schlimm Wetter, u wir waren unentschlossen, ob wir noch in die Paulinenpflege gehen sollten, doch giengen wir; als wir heimkamen, sagten wir, was ist denn das f├╝r ein Geruch? glaubten aber, weil die Mutter das Rohr ausgebrannt hatte, es komme daher. Hannele gieng zu Bett, ich wusch noch den Boden auf, als ich mit der Stube fertig war, dachte ich, da├č es raucht. Eine unnennbare Angst befiel mich, ich gieng eilends hinunter in den Stall, u denke Dir, das K├╝belchen war ganz feurig, zwar keine Flamme, es gluschte nur. Doch auf dem d├╝rren H├╝hnerstall ringsum unser K├╝belgeschirr, hinten Stroh, daneben der Hagin Scheune. Was h├Ątte es da geben k├Ânnen! Sieh, das hat der Herr gethan! W├Ąren wir b├Ąlder zu Bette, so h├Ątten wir nichts davon geahnet, u welches Erwachen h├Ątte es geben k├Ânnen! Mein Leben lang will ich es dem Herrn danken. Hannele tr├Ąumte in dieser Nacht von Dir, da├č Du es auch gesehen h├Ąttest, gewi├č hast Du auch f├╝r uns gebetet, thue es auch ferner. - (... ├ťber die Mission:) Mein lb Bruder, das Reich der Mission ist am meisten den Angriffen des Satans ausgesetzt, lasset es Euch daher nicht befremden, wenn Ihr mancherlei St├Â├če zu erleiden habt. Josenhans sagte, es sei auch ganz nat├╝rlich, die in der vordersten Reihe k├Ąmpfen, bei denen sei der Kampf am hei├česten, sie d├╝rfen aber nicht zur├╝ck, sondern m├╝ssen immer vorw├Ąrts dringen, u in diesem Sinne wolle er die Mission betreiben. (... ├ťber den Abschied von Josenhans:) Von den Winnender Herrn hat er eine goldene Repetieruhr bekommen, seine Frau bekam vom Frauenverein ein Tibetkleid, u wir M├Ądchen kauften ihm Zeug zu einem Schlafrock.

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